Weltfrieden JETZT!!! [2015]

Flyer Weltfrieden JETZT!!! Foto

Im Morgengrauen der Gestellungsbefehl –
er hat mich aus meinem Traum gerissen!…
…Seither beschleicht mich etwas, ich mich quäl‘ –
– Rechts und links Kriegstreiberei – echt beschissen…:

Das Radio: „Wir wuchsen auf in der Nachkriegszeit,
– nach dem Krieg ist vor dem Krieg –
es ist bald wieder soweit!
Ein nächster Krieg ist ein Krieg ohne Sieg!…“

Mein Sohn ist schon wach und schaut den Kinderkanal…
…Ich denke mir: Ist schon alles zu spät?!?
Brutalität, Waffen, Gewalt – hat er die Wahl?…
…In einer Welt vor dem Krieg, in der gar nichts mehr geht?

Das Radio: „Wir wuchsen auf in der Nachkriegszeit,
– nach dem Krieg ist vor dem Krieg –
es ist bald wieder soweit!
Ein nächster Krieg ist ein Krieg ohne Sieg!…“

Der Sieger eines Krieges ist keine Nation und keine Allianz,
nein, davon ist der wahre Sieg sehr verschieden –
der Krieg heutzutage wäre ein globaler Totentanz,
der wahre Sieg heißt einfach WELTFRIEDEN!!!

* * *

 

Sorgen Ade! [2015]

Die Geldsorgen, die sind passee –
das Geld verließ mich! – Tschüss, Ade!
Werd‘ ohn‘ mich glücklich, liebes Geld,
erober jetzt die ganze Welt!

Immer wenn du bei mir warst,
hast du mir auch nichts erspart…
Immer musst ich mich entscheiden,
das konnte ich doch noch niemals leiden;

Kauf ich etwas? – Lass ich es? –
Ach! Das Geld, wie hass‘ ich es!
Immer hast du die Geldsorgen,
ansonsten tust du diese borgen!

Ja, das Geld, das borgst du nicht,
mit ihm erwirbst du nur ne Pflicht!
Nein, die Sorgen tust du borgen,
und verschiebst sie auf das Morgen…!

Doch da mich jüngst das Geld verließ,
wurd‘ ich zu diesem etwas fies,
und rief: Lieb’s Geld, such doch das Weite,
ich bleib hier, auch wenn bin pleite…!

* * *

 

…Nur Passanten… [2015]

Die Jacobsleiter, von William Blake um 1870
Die Jacobsleiter, von William Blake um 1870

Nur Passanten, das sind wir,
auf einem großen Boulevard –
ein Tag als ein König –
den anderen als Narr…

Alles sind beizeiten wir,
auf dieser Chaussee –
mal ausgelassen fröhlich,
mal tut’s vor Schmerz nur weh…

Doch wählen wir ihn selbst,
unsern Weg durchs Leben –
ob dieser zum Fluch gereicht,
oder uns zum Segen…

So kehre ich mich in mich,
ich komme bei mir an –
des Weiteren besinn ich mich –
was hab‘ ich getan?

Ich bitte um Vergebung
einen mir fremden Gott –
auf dass er mir helfe
in Stunden meiner Not…

Ich negierte IHN,
wer ER auch immer ist –
strebte selbst nach Macht –
Wer ist eine echter Christ?

Ich sah nicht ein zu bürden auf
mein Schicksal Gottes Sohn,
auf meinem Weg hinweg von ihm
ward er mir Spott und Hohn…

Ich tat es dem Prometheus gleich,
und stahl dem Gott das Feuer
des Geistes – und mit einem Streich
wurd‘ ich zum Ungeheuer…

Dies Ungeheuer, das ich ward,
erblickte sich einst selbst –
nicht länger von der Menschen Art
sah ich aus entstellt…

Am Boden lag ich, windend mich,
gleich wie einer Schlange,
die von mir Besitz ergriff –
mir wurd’s Angst und bange…

In die Hölle fuhr ich hin –
du fragst, wo diese sei?
Erfahr‘ sie selbst, tief in dir drin,
von woher kommt Geschrei!…

Ich quälte mich, ich hielt es aus,
die Schrecken und die Pein,
begab mich aus mir selbst hinaus –
das wollen Menschen sein??!

Ich verzeih‘ den Folterknechten
und ihrer Profession –
soll’n sie selbst richten und rechten
über sich einst schon!

Mein Körper, der lag reglos da,
gefesselt und gebunden –
fast leblos, aber ebenda
hatt‘ ich ’nen Weg gefunden…!

Ich trat aus mir hinaus einfach
und nahm den Notausgang –
so tagte mir ein neuer Tag –
welch‘ freudiger Empfang!

Ich betrat die Himmelsleiter,
schwebte sie empor,
Stuf‘ um Stufe immer weiter,
mit der Engel Chor…

…Des Weiteren verrat‘ ich nichts,
ihr braucht mich nicht zu fragen –
ein Siegel meinen Mund verschließt,
dies hatt‘ ich noch zu sagen…!

So führt des Lebens Boulevard
euch hier und dort wohl hin –
lebt nach eurer eignen Art,
wonach euch steht der Sinn!

***

Was tun wir da?!? [2014]

The Words Child

Mediale Wirklichkeit – Realität?
– Für’s Handeln ist es nie zu spät!
Fragst du dich, was man machen kann,
sprich mal deinen Nachbarn an!
Die Gefahr menschlicher Entfremdung
ist wirklicher als Überfremdung…!
Entfremdung – unter Artgenossen –
Niemand ist hier ausgeschlossen!
Flüchtlinge – das sind wir alle!
Überall gibt es Krawalle!
Ob global, in ’ner Region –
ob Elternhaus – gab’s immer schon…
Krawalle um das Überleben,
wer kann denn hier die Schuld vergeben?
Knappe Ressourcen, Futterneid –
immer gibt es darum Streit!
Satt werden könnten wir alle,
doch tappt fast jeder in die Falle,
dass er seinem Ego fröhnt,
und sich selbst zu erst verwöhnt!
Doch gibt es auch die nackte Not –
Nahrung kaum besser als Kot,
Verwahrlosung kaum vorstellbar,
Leben – das ist doch so kostbar!
Doch ein Leben hier im Westen
gehört sicherlich zu den Besten,
und die Not und die Entbehrung
führen weltweit zur Begehrung
nach ’nem westlichen Standard,
doch ist der nach seiner Art
auf Kosten der weltweit meisten
global gesehen nicht zu leisten…
…Drum denk mal dran, zu diesem Zweck:
Wem trinkst du seinen Kaffee weg?
Wer, bei der dritten Scheibe Brot,
leidet anstatt deiner Not?
Und – Quell des Lebens – noch viel krasser –
wem vergiftest du das Wasser?
Drum, lokal oder global,
ob wohlhabend, ob arm,
kümmerst du dich um dein‘ Nachbarn?
Wann hast du die alte Frau –
du erinnerst dich genau –
denn das letzte mal gesehen,
als sie kaum noch konnte gehen?!
Hat sie denn ihr täglich Brot??
Oder? – …Ist sie vielleicht tot?
Wann sprachst du mal den alten Mann,
der fast nichts mehr sehen kann,
auf der Straße einfach an –
und sagtest ihm, es ist doch klar,
im Notfall bin ich für sie da!?
Ich hab fürwahr genug geschwätzt –
Kommt, macht mit – wir handeln jetzt!

* * *

Cut Summer 2009 [2009/2014/2015]

Out of the Dark, Mr. Orwell speaks:
Gestrandet im Leben am Ufer im Sand,
Was ist das für’n Country, was für ein Land?
Im Überwachungsscan der Krümel vom Sesambrötchen,
vor der Theke einen verhungernder Mann,
dahinter ein Blödchen…
Das Ganze – was ist es – ist es ein Game?
Reality versus Cyber – Buena Vista Billy, what a shame!
Die einen reden vom New Age – Wasser – Mann!
An welchem Busen hängt Microsofts
Silicon-Valley eigentlich dran?
Der Computer – zunächst ein Gigant
mit vier Grundrechenarten –
Mit deutscher Intelligenz ließ man die NASA starten –
Auf der 1-Dollar-Note die New-World-Order –
Aufgepaßt: Akte X – der Illuminatenordner…
Ferngesteuert – frei – selbstbestimmt, autonom –
Wer trifft die Entscheidung – das Chromosom???
Ein Leben im Hologramm mit Quantensprung möglich –
Heute hier, morgen dort – wo und wie ist’s erträglich?
Das Netzwerk im Netz sich selbst verknotet,
bis der Server verstopft, das Code-Wort verkotet –
Am Ende der Global-Community-Schrei:
Mr. Google ist tot, der Planet Inernetfrei!
…Sorry, what’s the time?
T’ as du feu?
Is there a girl next door, Mr. Playboy?

* * *

Octopussy 1.0

www.=D.D.D….

DauerDruck Digital
Ist auf Dauer nur fatal.
Nehm alle Geräte jetzt vom Netz,
Schalt auch noch die FRITZ!Box aus,
So langsam legt sich das Geschwätz,
Kehrt Ruhe ein in meinem Haus…
Niemand kann mich jetzt mehr stören,
Draußen hör ich Vögel singen –
Ob wohl im Wald die Hirsche röhren? –
Ich lausch im Wind des Waldes Stimmen…
Ein Auto kommt vorbeigefahren,
Es fährt heran und wieder weg,
Kann Ruhe so wieder erfahren,
Des Lebens Ziel und Sinn und Zweck…!

* * *

Neuanfang [2015]

Mutter, oh Mutter – ich rief nach dir –
heut‘ ruf ich dich selten noch an –
Als Kind, da schrie ich laut nach dir,
heute bin ich ein Mann…

Liebe Eltern, Talente habt ihr mir gegeben,
schon bald verließ ich euer Haus,
ich kam auch ganz gut ohn‘ euch aus –
und begann mein eigenes Leben…

Die Wogen des Lebens schlugen hoch,
denn ich fuhr zur See,
nur die Heimat vermisst‘ ich doch,
ein Schmerz, der tat manchmal weh…

Nachdem ich hatt‘ Schiffbruch erlitten,
trieb ich an einen Strand –
im eigenen Land wurd‘ ich nicht mehr erkannt
und musste um Obdach bitten…

Auch kannte ich mich selbst nicht mehr,
ein Leben war vergangen,
nach meiner Fahrt hinaus aufs Meer –
bin dabei nun neu anzufangen!…

* * *

Vom Wesen des Gesprächs [1997]

Wenn man seine Aufmerksamkeit auf das Wesen des Zwiegesprächs lenkt, kann man feststellen, dass es zwei typische, entgegengesetzte Weisen der Gesprächsführung gibt. Die eine Form des Gesprächs steht unter dem Prinzip des Widerspruchs, die andere unter dem des Einvernehmens. Ich möchte beide nacheinander erörtern.

Das Prinzip des Widerspruchs

Diesem Prinzip entspricht die Gesprächsform der Diskussion. „Diskutieren“ bedeutet seiner Herkunft nach „zerschlagen, zerteilen, zerlegen“, was kennzeichnend für den destruktiven Charakter dieses Gesprächsmodus ist.

Es besteht gar nicht wirkliche Zuhörbereitschaft, anstelle der Aussage des Gegenübers hört man mehr auf die eigenen Gedankenassoziationen. Dem liegt zugrunde, dass beide Gesprächspartner senden, keiner aber eigentlich empfangen möchte. Das Gespräch besteht eher aus einem Ausagieren des jeweiligen Egos. Auch der Wille zum Konsens als Gesprächsbasis ist nicht anwesend. Im Laufe eines solchen Gesprächs entsteht das Gefühl des Gehetzt-Seins, des Drucks und der Unruhe, es ist geradezu typisch, dass man nur „entgegnet“ und „widerspricht“…

Das Prinzip des Einvernehmens

Grundlegend für diese Form des Gesprächs ist die wechselseitige Zuhör- und Empfangsbereitschaft. Keiner fällt dem anderen ins Wort, man lässt sich ausreden. Senden und Empfangen sind im Ausgleich. Hierin offenbart sich gegenseitiges Interesse und gegenseitige Achtung. Die Atmosphäre ist ausgeglichen und ruhig.

Der Konstruktive Charakter zeigt sich darin, dass man durch Hinzufügen, Eingehen, Erweitern und Fortführen an einem gemeinsamen Gedankengebäude baut und nicht danach trachtet, den anderen argumentativ zu vernichten.

Die für ein solches Gespräch zu voraussetzende Zuhörbereitschaft impliziert allerdings von der Seite des Sprechenden zweierlei. Er darf nicht erwarten, dass sein Gegenüber zu seiner Aussage zu spontan Stellung bezieht, weil dieser ja gerade zugehört hat, ohne im Idealfall das Gesagte durch Gedankenassoziationen zu überlagern. Eine Frage der Selbstdisziplin besteht darin, dass man bei seinen Ausführungen den roten Faden beibehält, unnötige Exkurse unterlässt, da diese nur Assoziationen zu der eigenen Aussage darstellen und seinen Gesprächspartner durch die Länge der eigenen Ausführungen nicht überstrapaziert.

C’est la vie! [2014]

Titel C'est la vie! 1.0

C'est la vie! 1.0_NEW

C’est la vie! – So ist das Leben! –
Nimm es hin, so ist es eben…!
Nach welchen Zielen du auch jagst,
Wofür du kämpfst und dich auch plagst,
Machst du dir ein Bild davon,
Als Bild, als Vers was soll’s denn schon…!
Nimmst du deinen Standpunkt ein,
‚Ne Perspektive, oder’n Reim –
Du bilanzierst und siehst’s in Bildern,
Oder tust’s in Versen schildern
Und suchst darin die Harmonie,
Gesagt, getan, C’est la vie!

* * *

Coverbild der Anthologie: „C’est la vie“ gemalt von Mireille Diel, Freiburg / Brsg.

Trost [1998]

Der Seele tiefer Schmerz
zerreisset fast das Herz.
Das größte Herzeleid
vergehet mit der Zeit.

Durch deiner Seele Wunden
hast du zu dir gefunden –
aus Wunden werden Narben,
du brauchst nicht länger darben.

Du bist jetzt außer dir,
suchst nur die Ruhe hier.
Kehrst du in dich zurück,
so find’st auch du dein Glück!

* * *